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Die Märchen und Mythen des Einbruchschutzes

Bei mir gibt es nichts zu holen. Sicher – die meisten von uns haben keinen Dagobertkeller oder teure chinesische Vasen auf dem Kaminsims stehen. Das weiß der Einbrecher aber vorher nicht!

Und wenn er erst einmal drin war, bleibt selbst ohne Entwenden teurer Wertsachen ein großer Verlust. Denn das Eindringen in die Privatsphäre und der Schaden an unserem Sicherheitsgefühl kann nicht einfach durch die Versicherungssumme (die meist noch unterversichert ist) ausgeglichen werden.

 

Nachts bin ich ja zu Hause. Klar, sind wir meistens. Wenn wir nicht gerade feiern gehen oder im Urlaub sind. Fast die Hälfte aller Einbrüche wird aber tagsüber begangen. Und hier neigen viele Menschen dazu, die Fenster auf Kipp stehen zu lassen („Bin ja nur kurz beim Bäcker“) oder die Haustür nicht abzuschließen.

Immer daran denken: gekippte Fenster ist OFFENE Fenster. Nicht abgeschlossene Haustüren lassen jeden Einbrecher strahlen.

 

Wenn der Rollladen unten ist, kommt keiner rein. Falsch! Die meisten Rollladen lassen sich manuell nach oben in den Rollladenkasten schieben oder (bei elektrischen Rollladen) die Lamellen einfach abknipsen mit einer Zange. Sicher ist ein herunter gelassener Rollladen ein zusätzliches Hemmnis für den Einbrecher. Wenn der wirklich rein will, hindern ihn die vielleicht 15 Sekunden für den Rollladen aber auch nicht.

Besseren Schutz bieten hier Alu-Rollläden und Motoren mit Drehmoment. Diese lassen sich nicht nach oben schieben und ein Abschneiden der Lamellen erschwert.

 

Mein Ersatzschlüssel ist gut versteckt. Vielleicht haben Sie ein gutes Versteck. Aber: der Einbrecher hat schon viel gesehen. Und wollen Sie es ihm wirklich so einfach machen? Deponieren Sie den Schlüssel lieber bei einem vertrauensvollen Nachbarn oder Familienmitglied in der Nähe.

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Bewegungsmelder sind eine gute Abschreckung. Leider nein. Meist lassen sich die Leuchtmittel oder die gesamte Einheit mit einem Hilfsmittel zerschlagen oder abreißen. Daher ist hier eine Höhe von mindestens 3-4 Metern sinnvoll.

Wohnen Sie ländlich, haben Sie mitunter nachts Disco im Garten, wenn Katzen oder andere nachtaktiven Tiere unterwegs sind. Die Nachbarschaft wird ein aufflammender Bewegungsmelder zudem nicht in Alarmbereitschaft versetzen.

 

Mein Hund ist der beste Einbruchschutz. Sicherlich gibt es Hunde, die für diesen Job bestens geeignet sind. Meist jedoch geben sich Herrchen und Frauchen Mühe, dem Vierbeiner zu erklären, dass Besucher und Postboten nicht sofort zu zerfleischen und anzufallen sind.

Und fahren Sie länger in den Urlaub oder machen einen Ausflug, ist der Hund doch meistens dabei, oder?

 

Meine Videoüberwachung schreckt ab. Teilweise. Stellen Sie sich als Einbrecher die Frage: „Warum sichert jemand so sein Haus, wenn es nichts zu holen gibt?“ Und gut, wenn Sie etwas filmen, aber verhindern können Sie es damit nicht. Selten sind die Einbrecher auch leicht bekleidet unterwegs, sodass jemand wirklich zu erkennen ist.

Als zusätzliche Maßnahme zur Abschreckung sicherlich eine gute Idee. Als alleinige Sicherung keine Empfehlung.

Dieb - Einbruch

Meine Versicherung übernimmt den Schaden. Die Versicherung ersetzt Ihnen vielleicht den umgestürzten Fernseher oder die aufgebrochene Balkontür. Aber Ihr Sicherheitsgefühl und vielleicht geliebte Erinnerungsstücke kann Ihnen die Versicherung nicht ersetzen. Viele Versicherungsnehmer sind zudem unter- oder gar nicht versichert.

 

Wer will, kommt auch rein. Laut Statistik der Polizei sind die Zahlen der VERSUCHTEN Einbrüche im vergangenen Jahr gestiegen. Dies ist auf ein besseres Bewusstsein der Hausbesitzer sowie eine Verbesserung des Einbruchschutzes zurückzuführen. Viele Einbrecher sind Gelegenheitstäter, die mit handelsüblichem Werkzeug versuchen, sich Zutritt zu verschaffen. Sinnvoll verbaute Sicherheitstechnik kostet den Einbrecher Zeit. Je länger er sich mit den Barrieren, die Sie ihm in den Weg stellen, aufhalten muss, desto eher wird er von seinem Vorhaben ablassen.

 

Wer mich in den neuen Medien nicht kennt, erfährt auch nichts. Liebe Leser, mittlerweile sollte bekannt sein, dass es nicht wirklich förderlich ist, Fotos vom Flughafenterminal zu posten mit dem Kommentar „bis in zwei Wochen“. Eine schönere Einladung kann man einem Einbrecher doch gar nicht schreiben!

Ertappen Sie sich aber vielleicht auch dabei, dass Sie Fotos von Ihrem neuen Auto oder Fernseher oder der neuen Inneneinrichtung auf den Sozialen Medien mit Ihren Freunden teilen? Bei manchen liest sich der Verlauf wie ein Katalog, in dem sich die interessierten Diebe bedienen können.

Klar ist, Daten im Internet sind nicht unbedingt sicher. Denken Sie bitte darüber nach, was und in welchem Umfang Sie mit der Allgemeinheit teilen möchten.

 

Weitergehende Informationen oder einen persönliche Beratung gibt es hier. Gerne können Sie uns auch unter der Tel: (06435) 96 43 -0 kontaktieren und einen persönlichen Beratungstermin abstimmen. Wir freuen uns auf Sie!